Trennung von UVCO

Beendigung meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für UVCO Uganda e.V. in 2020

*Hinweis in eigener Sache (29.10.2021):

Was ist passiert!

Ja, die bedürftigen (vulnerable children, das vc von uvco) Kinder in Masaka gibt es.

Ja, die Grundschule wurde fertig gebaut, dank einer privaten Spende in Höhe von 70tsd€ von Joachim Schuster, die es ohne meinen Einsatz, entgegen dem Willen des gewählten Vorstandes in 2016, nicht geben würde.

Nein, die geplante weiterführende Schule (Secondary bzw. Highschool) wird nicht gebaut. Das heißt, weiterhin Spendengelder für Schulgebühren an staatliche Schulen, trotz eigener Schule, Planung und Grundstück.

Architektenplan
Plan aus 2016 einer komplett unabhängigen privaten Schule und Unterkunft für ca. 1000 Kinder

Ja, die Gelder von UVCO Deutschland werden 1:1 nach uvco Uganda geschickt.

Ja, es ist ein Clan bzw. eine Privatperson, der/die alles besitzt, was je an Eigentum erworben wurde aus Spendengeldern. UVCO Deutschland gehört nichts von dem Grundstück der Schule, nichts von den Gebäuden (Küche, Klassenzimmer Grundschule. Schlafgebäuden. Lehrergebäude) die gebaut wurden und nichts vom Kinderhaus in Manzi. UVCO Deutschland dient lediglich als EINE Einnahmequelle für diesen Clan/diese Person.

Nein, UVCO in Uganda ist keine Non-Profit-Organisation (NPO), also keine anerkannte staatliche Hilfsorganisation in Uganda, wie auf der Homepage von UVCO beworben, sondern eine CBO. Damit ist ein Freibrief für willkürliche Verteilung der Gelder gegeben, denn CBO’s (Community Based Organizations) werden so gut wie gar nicht kontrolliert.

Nein (mit ???, da genaue Zahl nicht bekannt), es gibt keine 430 Kinder, die betreut werden. Es sind wesentlich weniger zu vermittelnde Patenkinder, als beworben werden auf der Seite von UVCO Deutschland. Ich selbst konnte in 2018 (nachdem plötzlich 170 Kinder mehr vorhanden sein sollten) in allen Schulen insgesamt nur 240 Kinder finden, fotografieren und mit Namen und Alter erfassen.

Und ebenfalls nein, es kommen nicht 100% der Spendeneinnahmen bei den Kindern an, sondern lediglich auf einem Konto einer Privatperson bzw. CBO in Masaka, die das Geld nach eigenem Gusto verteilt und verwendet. Nach meinem Kenntnisstand (aus 2020) kommen nur ca. 30% bei den bedürftigen Kindern an. Der Rest wird von dem Clan in Uganda vereinahmt.


Was habe ich für die Organisation UVCO Uganda e.V. getan?

Der Verein e.V. wurde im wesentlichen durch mich gegründet. Das Gesicht, die Satzung, die öffentliche Darstellung und alles weitere bekam der Verein von mir. Alle weiteren 16 Gründungsmitglieder waren in 2016 zur Gründungsversammlung lediglich dabei. Der Hauptanteil an der Arbeit zur Anerkennung nach § 52 und 53 AO lag bei lediglich 3 Mitgliedern. Die heutigen Vorstandsmitglieder von UVCO waren nicht beteiligt. Aus, mit Pappkartons beschrifteten, werbenden und singenden Idealisten wurde ein Verein, dessen Gesicht ihr heute auf der Homepage, in den sozialen Medien und in der Öffentlichkeit seht. Alle waren happy, auch ich, und am meisten hat sich wohl unser allseits bekannter Joseph Wasswa (FMK-Uganda und IMLS) gefreut, denn nun sollten die Spender noch zahlreicher werden und die Einnahmen für seinen Clan noch Höher, als in den Jahren zuvor. Und so kam es, dass aus immerhin 10tsd € Einnahmen im Jahr vor der Vereinsgründung, das 5-Fache an Einnahmen erzielt werden konnte. Ohne die sonstigen Sponsorenbeträge mitgerechnet, wie zum Schulbau von z.B. der Realschule Parsberg, der Kaufmännischen Berufsschule Regenburg, der Fly&Help Stiftung und und und (ca. 100.000€) oder der bisher einzige echte Spendenlauf, der privat organisiert werden musste, weil die restlichen Mitglieder nichts dazu beitragen wollten oder konnten.

Warum bin ich aus der Organisation UVCO raus?

Ich arbeite bzw. helfe in Uganda seit April 2020 nur noch in Eigenregie. Ich gehöre seitdem keiner Organisation mehr an. Sicher gibt es gute und engagierte Vereine in Deutschland, die sich stark machen, um den Ärmsten der Welt zu helfen. Sicher gibt es auch viele, die in dem guten Glauben, etwas für mehr Gerechtigkeit auf dieser Erde zu tun, dabei nicht grundsätzlich ihre ideologische und selbstlose Haltung verlieren. Und sicher gibt es auch viele Länder, und Menschen in diesen Ländern, die verantwortungsvoll und uneigennützig mit den, fast immer von Herzen kommenden, Spenden umgehen. Allerdings nicht in einem der korruptesten und ärmsten Länder der Welt, in Uganda, und ohne jegliche Kontrolle seitens des Spendenvereins in Deutschland, dem Verein UVCO Uganda e.V.

Mein Glaube an solche „guten“ und „mildtätigen“ und „gemeinnützigen“ Vereine und Hilfsorganisationen ist in den letzten 6 Jahren, und meiner ebenfalls immer von Herzen kommenden Arbeit dafür, zutiefst erschüttert. Der Glaube an die Effektivität und an den Wirkungsgrad der sog. „kleinen“ mildtätigen Hilfsvereine ist verloren gegangen. Nicht weil es an engagierten Leuten hier fehlt, sondern weil es in der Natur der Sache liegt, dass es so gut wie niemanden in Uganda – vermutlich in ganz Ostafrika – gibt, der sich nicht ein Stück von dem „Kuchen der reichen Industrieländer“ abschneiden will.

Wenn aber die Gier nach immer mehr Geld überhand nimmt, und es keine Skrupel mehr gibt, die „gutmütigen Deutschen“ auszunutzen oder sogar vor Verleumdung und Rufmord kein Halt mehr besteht, dann bekommt das Ganze einen sehr, milde formuliert, „faden Beigeschmack“. Vor allem wenn es um Spendengelder geht.

Es geht dabei um Spendengelder, die hilfsbereite Menschen bereit sind zu geben für die Ärmsten, und deren Verwendung in Uganda vom Verein in Deutschland sehr wenig bis gar nicht kontrolliert wird. Niemand vor Ort kontrolliert die Finanzen und die Verwendung der Spendengelder, und das ist der Kern des Geschäftsmodells mit der „Armut der Kinder“.

Dasselbe geschieht auch bei FMKU (Förderverein für Musik und Kultur Uganda) von Joseph Wasswa (dem Bruder der Organisatorin Margaret von UVCO in Masaka) in Regensburg. Das ugandische Gegenstück dazu heißt IMLS und es funktioniert m.M.n. genau so, wie das Modell UVCO.

Beide Organisationen, IMLS und UVCO in Masaka, sind keine Non-Profit-Organisationen, sondern nur in der Gemeinde Masaka registrierte Leute, die Rechnungen und Zahlungsaufträge an das deutsche Pendant schicken können, wo dann die Mittel zur Verfügung gestellt werden. Ein cleveres Geschäftsmodell, die Spendeneinnahmen nach Gutdünken und zum eigenen Profit zu verwenden.

Fazit

Das alles war für mich jedenfalls nicht mehr akzeptabel und mit meinem Gewissen den Spendern gegenüber vereinbar. Das darf bei einer gemeinnützigen, mildtätigen Organisation nicht vorkommen. So darf mit Spendengeldern nicht umgegangen werden. Dass der deutsche Vorstand einer Hilfsorganisation nur einer einzelnen Person vertraut, über 12 Jahre, ohne je zu kontrollieren, was wirklich passiert mit dem Geld, ist, meiner Meinung nach, mindestens grob fahrlässig wenn nicht vorsätzlich.


Warum und wie werde ich weiterhin in Uganda helfen, in diesem wunderschönen Land am Äquator?

Ich bin heute überzeugt in Ländern wie Uganda oder Kenia nur DIREKT helfen zu können mit Hilfe zur Selbsthilfe und nicht von Deutschland aus, wo man die Kontrolle den Leuten vor Ort überlässt und nur das Geld einsammelt und nach Uganda sendet. Heute weiß ich, es ist nur ein geschickter Versuch, und in vielen Fällen auch ein sehr leichter Weg, an Spendengelder zu kommen. Jede Quittung, jede Urkunde, jeder Beleg, jede Rechnung, jeder Kostenvoranschlag wird, mit ein wenig Scheinen nachgeschoben, ausgestellt. Das „Geschäft“ mit der Armut der Menschen, insbesondere der so wichtigen Bildung der Kinder, treibt so manch schauerliche Blüten und ist leider zunehmend zu einem Geschäftsmodel für viele Ost-Afrikaner geworden.

Manche in Uganda sind extrem, fast schon bewundernswert, einfallsreich, die Gutmütigkeit und Naivität der deutschen Helferorganisation, der Sponsoren, Paten und Spender auszunutzen.

Aber ich bin überzeugt, dass man sehr wohl Gutes tun und effektiv den wirklich Bedürftigen helfen kann. Mit einem hohen Wirkungsgrad. Und zwar

NUR mit der Kontrolle und Aufsicht über die verwendeten Mittel.

Aus den geschilderten Gründen kann ich im Moment auch keine Spendenquittung ausstellen. Ich helfe da, wo die Hilfe am nötigsten ist… aber eben in sehr kleinem Rahmen und in eigener Regie.

Ich freue mich sehr mit NPO’s oder NGO’s zusammenarbeiten zu können und Spendenquittungen von den jeweiligen Partnerorganisationen zu erhalten, denn diese sind wirklich anerkannnte Hilfsorganisationen in Uganda.


helfen

Never look down on anybody, 
unless you’re helping them up.

Jesse Jackson